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In English
November 2004:
Zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl. Wie viele andere bin ich vom Ausgang schwer enttäuscht.

Ich kann nicht verstehen wie überhaupt jemand George Bush wählen kann, nach all dem was in den letzten
vier Jahren passiert ist. Es heisst nun, dass am Ende weder der Krieg noch die Wirtschaft
entscheidend war, sondern moralische Werte. Mir war nicht klar, dass Lügen und soziale
Ungerechtigkeit zugunsten der Reichen für hohe Moral stehen. Ein Trost ist, dass viele
Menschen hier in der Gegend ähnlich denken. Tatsache ist, dass die San Francisco Bay Area
sich gut und gerne vom Rest des Landes abspalten könnte: In San Francisco fielen 83% der
Stimmen auf John Kerry, nur 16% auf George Bush. Im San Mateo Landkreis, wo ich wohne, haben
70% für Kerry gestimmt, 30% für Bush. Allerdings braucht man nicht viel weiter nach
Osten zu gehen, um im Bush-Land zu sein. Und von da aus ist es ein langer Weg nach draussen,
bis zur amerikanischen Atlantikküste.
Aus vielen Gründen bleibe ich also lieber an der Küste. Im September war ich für ein
langes Wochenende zum Kajak fahren in Mendocino an der kalifornischen Nordküste. Ich liebe
die Gegend! Sie ist wild und spektakulär.

Es gibt dort steile Klippen, Gesteinsbögen, Tunnel und Höhlen. An guten Tagen, wenn die See
ruhig ist, gibt es Unmengen von Möglichkeiten zum Auskundschaften vom Kajak. Durch einen
langen natürlichen Tunnel zu paddeln, zu versuchen, das andere Ende in einer dunklen
Höhle zu erreichen, über kleine Wasserfälle zu sausen und durch Gesteinsbögen zu
treiben - es gibt kaum was, was mehr Spass machen könnte!
Wenn die See zu rauh ist, halten wir einen gesunden Abstand von den Felsen und paddeln weiter
draussen auf dem offenen Meer - oder nutzen die Wellen am Strand zum Kajak surfen!
Abends war meistens viel los auf dem Campingplatz.

Immerhin waren wir mit ungefähr 70 Paddlern da,
und jeder hatte etwas zur guten Stimmung beizutragen: Musik, Tanz, Essen, Trinken, brennende Kajak(er),
und vieles mehr!
Mehr Fotos davon gibt es unter Mendocino Fotos.
Im Oktober habe ich ein langes Wochenende auf einem Symposium der "British Canoe Union" verbracht.
Im Grunde war es ein ganz normales Paddel-Grossereignis, nur mit mehr Briten! Sie haben allerdings
schon ein paar andere Ansichten (nicht nur dass sie Kajaks "Kanus" nennen), und es hat grossen Spass
gemacht, etwas mehr über ihren Stil zu lernen. Und ihren Whiskey zu probieren.
Mittlerweile ist der Herbst hier in vollem Gange. Die Luft ist nun viel frischer, feuchter, und oft
recht kühl.

Dies ist auch die grosse Zeit der motorisierten Laubbläser. Diese Geräte
tun ungefähr dasgleiche was eine Harke tut, nur viel lauter und mit einer besseren Neuverteilung
des aufgewirbelten Staubes. Ein wahres Wunderwerk moderner Technik.
Aus Kalifornien - Dörte
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