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In English
September 2004:
Hallo! Ich wohne immer noch in Menlo Park in Kalifornien, etwa 45 km südlich von San Franzisko, und
mitten im Silikon Valley.

Diese Lage bedeutet, dass ich für meine Wohnung eine horrende Miete bezahle, aber immerhin habe
ich einen Zitronenbaum im Garten,und der trägt die besten Zitronen, die ich je gegessen habe:
Saftig, knackig, und unglaublich gut duftend.
Die Universität von Stanford ist nur etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad entfernt, und bis Ende
Dezember werde ich dort als Postdoc beschäftigt sein und versuchen, die heutigen Modelle vulkanischer
Verformung zu verbessern. Falls Ihr jemals Gelegenheit habt Stanford zu besuchen, solltet Ihr Euch
das nicht entgehen lassen!

Der Campus hat eine sehr schöne Architektur, mit vielen Skulpturen (insbesondere von Rodin),
Gärten, und einzigartigen Bäumen. Auch kulturell ist einiges los hier. Fast jeden Tag gibt es
Vorträge von berühmten Wissenschaftlern, Autoren, oder Politikern. Diesen Sommer war ich bei
einer Lesung von Isabel Allende. Das war sehr interessant, insbesondere da ich viele ihrer Bücher
gelesen habe, und mit ihrer Bioghraphie recht vertraut bin. Ausserdem habe ich einen Kurs in
Medizin für die Wildnis mitgemacht. Der wurde von mehreren Begründern
dieser Fachrichtung unterrichtet. Das war sehr gut und lehrreich, auch wenn diese Mediziner manchmal einen sehr merkwürdigen
Sinn für Humor haben.
Über das Wochenende am Nationalfeiertag, dem 4. Juli, waren Dave und ich beim Vulkan Lassen in
Nordkalifornien.

Lassen ist zuletzt in den Jahren 1914/1915 ausgebrochen, aber es ist trotzdem noch eine Menge
Wärme im Boden, wie sich an den kochenden Schlammtöpfen und viel Dampf leicht erkennen lässt.

Einen Tag sind wir zum Gipfel des Vulkans gewandert und haben den Hauptkrater näher erkundet.
Glücklicherweise sind wir früh am Morgen losgezogen, denn später am Tag wurde es
sehr heiss, und sehr voll mit anderen Leuten. Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, vulkanische
Aktivität aus nächster Nähe zu betrachten.
Dieser Sommer scheint generell etwas kühler zu sein hier, aber es wird trotzdem oft heisser als
mir lieb ist! Glücklicherweise gibt es eine natürliche Klimaanlage: Den Küstennebel.

Egal wie heiss es im Inland ist, entlang der Küste ist es immer kühl, denn die meteorologischen
Bedingungen führen normalerweise zu einem starken Wind am Nachmittag, und Nebel am Abend bis in den
späten Morgen. Nicht jeder hier freut sich darüber genauso sehr wie ich! Die Küste ist
etwa 30 Minuten mit dem Auto entfernt, und so oft es geht bin ich dort, für einen Strandspaziergang,
oder ein Bad in der Brandung. Meine restliche Freizeit verbringe ich im Kajak. Meistens paddel ich in der
San Franzisko Bay, oder entlang der Küste.

Das ist unglaublich schön, und auch oft sehr aufregend. Ich habe viele gute Freunde unter den Kajakern
hier gefunden, und ich bin immer noch überrascht über die unendliche Menge an Energie, Freundschaft,
Spass und Unterstützung in allen Lebenslagen, die diese Gruppe aufbringt. Ausserdem ist Kajak fahren
natürlich eine weitere sehr gute Methode zum Abkühlen während heisser Sommertage. Falls gerade
kein Wasserfall vorhanden ist, dann gibt es ja immer noch die Eskimorolle.
Ich wünsche Euch allen einen guten Sommer und Herbst! Dörte
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